Forschungsgebiet
Mein Fokus
Mein Profil als Wissenschaftlerin und Lehrperson fokussiert sich sehr stark auf der Analyse der modernen und zeitgenössischen Architektur- und Stadtplanungspraxis. Diese untersuche ich basierend auf architekturhistorischen und -theoretischen Fragestellungen mit dem Ziel Ansätze für die nachhaltige Weiterentwicklung der Planungspraxis und dadurch unserer Städte und Bauwerke zu entwickeln. Einer der Aspekte, die ich insbesondere beleuchten möchte, ist die Rolle des Ideenaustausches zwischen verschiedenen Kulturkreisen als Faktor in der fortlaufenden Transformation unserer gebauten Umwelt. Hierbei orientiert sich meine bisherige interdisziplinäre Forschung auf die innereuropäische Entwicklung und kann durch den Einsatz des von mir erarbeiteten methodologischen Rahmens als Basis für weitere Forschungsvorhaben dienen, welche globale Phänomene und Perspektiven im Zeitalter der digitalen Architektur untersuchen.
Ein weiterer Aspekt, welchen ich in meiner Lehre und Forschung beleuchte, bezieht sich auf dem Begriff der Nachhaltigkeit in der zeitgenössischen Planungspraxis und analysiert über eine Bandbreite an Seminaren, Entwurfsstudios und Vorlesungen unsere Verantwortung für und Handlungsspielraum in der aktuellen Baupraxis sowie wie wir als Architekt:innen und Stadtplaner:innen beim Entwerfen die Weichen für eine bessere Zukunft der Branche stellen können. Hierin sehe ich eine wichtige Überschneidung mit dem architekturwissenschaftlichen Schwerpunkt und der Einbindung architekturtheoretischer Aspekte in der Reflexion, welche mit der Entwurfslehre einhergeht. Fernerhin befindet sich hier eine zentrale interdisziplinäre Schnittstelle, welche die Zusammenarbeit mit einem breiten Kreis an Fachrichtungen ermöglicht – von den klassischerweise beteiligten Bauingenieur:innen über Soziolog:innen bis hin zu Produktdesigner:innen beispielsweise. In solchen fachübergreifenden Lehr- und Forschungszielsetzungen sehe ich großen Potential für die weitere Stärkung und Erweiterung internationaler Kontakte und Netzwerke.
The exchange of ideas between the Western and Eastern European city: An exploratory analysis based on the research on Stuttgart and Plovdiv –
Dissertation, Universität Stuttgart, 2023
Beim Studieren der aktuellen Forschung zur Entwicklung west- und osteuropäischer Städte erkennen wir, dass sie als schlängelnden Prozess interpretiert wird, welcher sich vom gemeinsamen Ursprung, über verschiedene politische und ideologische Metamorphosen hin zur erwarteten erneuten Annäherung seit 1989 bewegt. Der Konflikt zwischen dieser Annahme und der bestehenden ökonomischen, politischen, kulturellen und psychologischen Spaltung zwischen Osten und Westen motiviert die Forschungsfragen der vorliegenden Doktorarbeit. Diese schlägt ein Forschungsvorgehen betreffend der Untersuchung des Ideenaustausches und seinem Einfluss auf die gebaute Umwelt vor, bei dem eine vergleichende Analyse der historischen Entwicklung beider Kontexte in Relation zu den allgemeinen europäischen Tendenzen durchgeführt wird und anhand von Beispielen in Stuttgart und Plovdiv verdeutlicht wird.
Die Methodologie des Projekts vereinigt analytische Methoden der Architekturgeschichte und -theorie sowie der Semiotik und ermöglicht die vertiefte Analyse der Wechselwirkung zwischen dem Ideenaustausch und der urbanen Transformation europäischer Städte. Methoden der Architekturgeschichte und Architekturtheorie werden in der Untersuchung der historischen Entwicklung ost- und westeuropäischer Städte eingesetzt. Gleichzeitig wird die gebaute Umwelt als komplexes Zeichensystem, physische Botschaft und Produkt des Ideenaustausches zwischen verschiedenen kulturellen Kontexten mit Hilfe der methodologischen Prinzipien der Semiotik studiert. Die materielle Struktur der Stadt wird als Beweis der beobachteten Erscheinungen erkannt und ihre vier Hauptaspekte der urbanen Morphologie, Behandlung architektonischer und urbaner Denkmäler, der repräsentierten Architekturstile und der resultierenden Qualität urbaner Räume werden systematisch analysiert.
Die Untersuchung beider städtischer Kontexte in Relation zu den allgemeinen europäischen Tendenzen und der Rolle des Ideenaustausches entlang der Ost – West – Achse, welche in den drei Kapiteln der Doktorarbeit durchgeführt wird, erlaubt uns einen analytischen Rahmen betreffend der Mechanismen des kulturellen Dialogs und seinem Einfluss auf die gebaute Umwelt zu formulieren. Dieses Vorgehen betrachtet drei zentrale Elemente des Ideenaustausches – die Rahmenfaktoren, Hauptakteure, sowie die Kanäle und Formen des Austausches. Im Laufe der Untersuchung wird dieser analytische Rahmen verfeinert und zur Hypothese betreffend der weiteren Entwicklung europäischer Städte erweitert. Der Forschungsfokus bewegt sich von der Beziehung zwischen kulturellem Dialog und gebauter Umwelt in der Analyse der historischen Periode 1750 – 1989 hin zur Wechselwirkung zwischen dem stattfindenden Ideenaustausch, der sich entwickelnden Zivilgesellschaft und der resultierenden Transformation der Stadt in der Untersuchung der Phase seit 1989. Basierend auf der Analyse aktueller Tendenzen wird der Fokus weiter ausgeweitet hin zur Beziehung zwischen kulturellem Dialog, Zivilgesellschaft, professioneller Gilde und gebauter Umwelt, welche die zentrale Rolle und Verantwortung von Architekten und Stadtplanern für die Sicherstellung nachhaltiger Transformation europäischer Städte reflektiert.
Think – Plan – Reuse – Repeat –
in Schürmann, P., Kammer, A., Lips, A. (eds) Wie wollen wir entwerfen? Architektur und Verantwortung. Stuttgart: av edition, pp. 316-319.
Die Lehre am IBBTE Institut befasst sich mit dem Thema „Bauen im Bestand“ im Sinne einer Bestrebung, Strategien für die Fortschreibung der gebauten Umwelt zu entwickeln. Das ist ein Ansatz, der unter anderem im Seminar „Think – Plan – Reuse – Repeat“, gewidmet der Bauaufgabe des ‚Umbaus‘, verfolgt wurde, indem nicht nur wichtiges Hintergrundwissen vermittelt wurde, sondern den Studierenden ebenfalls der notwendige Raum für Austausch und
Diskussion geboten wurde.
Die Aufgabe des Umbaus kann schwer von der Architekturpraxis losgelöst betrachtet werden. Dieser Herausforderung begegnet der Beitrag durch eine allumfassenden Einsicht in die historische Entwicklung des Bauens im Bestand und die Umsetzung dieser Bauaufgabe in Hinblick auf die Weiterentwicklung der gegenwärtigen Planungspraxis.
Weiterhin bietet er einen wichtigen Einblick in die Wichtigkeit der Umsetzung von Fach- und fachübergreifenden Lehr- und Lernziele im Studium der Architektur und Stadtplanung. Hinterfragen, Reflektieren und Diskutieren sind unerlässlich für den konstruktiven kreativen Austausch und unterstützen die iterative Annäherung an einen architektonischen Beitrag, der nicht nur sinnvoll mit dem bestehenden baulichen Erbe umgeht, sondern auch Architektur von Bestand schafft.
Milko Bichev – the profile of a European architect –
in Bratoeva-Daraktchieva, I. G., Nikolova, K., Gadjieva, K., Bozhikova, M., and Dimov, V. (eds) Personalia – Art readings 2021. Sofia: Bulgarian Academy of Sciences, Institute of Art Studies, pp. 303–309.
Bulgarian architect Milko Bichev is a bright example of an architectural historian and theorist of national and European significance. Inquisitive, reflective and fascinated by the exchange of ideas between different European cultures, he dedicated his research to the interrelation between this cultural exchange and the development of the Bulgarian city and society during the National Revival period. The article studies Bichev’s biography and scientific and academic work, focusing on his seminal treatise on Bulgarian Baroque, the reception of his oeuvre by his peers and his role in the scientific discourse on the origins of the architecture of the Bulgarian National Revival period.
Publikationen
Hier können Sie eine kleine Auswahl aus meinen Publikationen ansehen.
