1/4 sec

Alles ist vergänglich. Alles verwelkt. Alles verfällt und verfault. Alles wird irgendwann zur Ruine. Als erstes verschwinden aber wir. Wir hinterlassen nur unsere Spuren in dem gebauten Medium, das wir früher bewohnt haben. Ob Graffitti, Fußabdrücke, Nutzungsspuren oder Schatten – unsere Wirkung auf die gebaute Welt ist so flüchtig und vergänglich wie ein Hall, ein Nachhall unseres Seins.

 

Die Serie ‘1/4 Sekunde’ widmet sich der graphischen Auseinandersetzung mit der Flüchtigkeit des menschlichen Seins. Unter der Prämisse der Viertel-Sekunde-Verschlusszeit wird unsere gebaute Umgebung untersucht und die Dynamik unserer Leben darin nachvollzogen. Die Bewegung oder Statik der Akteure als Grundmerkmal stehen im Vordergrund und erzählen im Kontrast zur stillen, scheinbar unveränderlichen Architektur die Geschichte unserer Metamorphose.

 

Untersucht werden in Stuttgart, Straßburg und Sofia verschiedene Bewegungsarten, -richtungen, -geschwindigkeiten und –rhythmen, die dem Betrachter die Vielfältigkeit und zugleich die Ähnlichkeit unserer Erfahrungen als Akteure im Stadtraum näher bringen.

 

Die drei sehr unterschiedlichen Stadtkontexte werden detailliert fotografisch untersucht, wodurch Einblicke in vielen ähnlichen Situationen entstehen. Bei manchen Bildpaaren entstehen harmonische Beziehungen, während es bei anderen zu starken Kollisionen zwischen den aufgenommenen Bewegungsarten oder Kontexten kommt. Diese Widersprüche und semantische Lücken werden in der Serie gezielt als Ausdruck der dynamischen Natur des menschlichen Lebens eingesetzt.

 

Hier ist ein kleiner Auszug aus der entstandenen Serie –